Aktuelles


Aufruf der Gesellschaft der Europäischen Akademien e.V. zur Bundestagswahl

 

Politische Bildung stärken

 

 

Demokratie lebt von der Teilhabe mög­lichst vie­ler Menschen an der Gestaltung des gesell­schaft­li­chen Zusammenlebens. Die Menschen müs­sen aber in der Lage sein, aktiv teil zu haben. Hierfür gab und gibt es die poli­ti­sche Bildung als ein ent­schei­den­des Mittel, um in Information über und Diskussion von Politik die gewünsch­te Teilhabefähigkeit herzustellen.

Notwendig war poli­ti­sche Bildung schon immer. Während der Pandemie hat sich hier­an nichts ver­än­dert, ganz im Gegenteil. In die­ser Zeit ist bei vie­len Menschen Vertrauen in die Kompetenz der poli­tisch Handelnden und in die Entscheidungsstrukturen ver­lo­ren gegangen.

Viele Menschen fühl­ten sich nicht berück­sich­tigt und oft­mals ungleich behan­delt. Ein Teil der Bevölkerung hat sogar die Akzeptanz demo­kra­ti­scher Entscheidungen gänz­lich verweigert.

Verwerfungen müs­sen gestoppt und gesell­schafts­po­li­tisch müs­sen Lehren aus den Erfahrungen wäh­rend der Pandemie gezo­gen wer­den. Hier ist Politik gefor­dert, hier ist aber auch poli­ti­sche Bildung gefragt.

Bund und Länder haben wäh­rend der Pandemie durch finan­zi­el­le Mittel dafür gesorgt, dass die außer­schu­li­sche poli­ti­sche Bildung und damit die meis­ten Einrichtungen not­wen­di­ge Einschränkungen über­stan­den haben. Die Einrichtungen der außer­schu­li­schen poli­ti­schen Bildung haben so die Zeit nut­zen kön­nen, Konzepte, Programme und Formate ihres Bildungsangebots zu über­ar­bei­ten und zu ver­bes­sern. Die meis­ten Bildungseinrichtungen sind für zukünf­ti­ge Aufgaben dadurch bes­tens gerüstet.

So ist dies auch bei den 15 Einrichtungen der Gesellschaft der Europäischen Akademien, die bun­des­weit mit dem Ziel arbei­ten, durch Bildung, Begegnung und Information die euro­päi­sche Einigung zu för­dern. Auch in Bezug auf die euro­päi­sche Komponente deut­scher Politik ist Zustimmung geschwun­den und Entscheidungen wer­den auch hier nicht nur mit soli­da­ri­schem Verständnis, son­dern oft­mals auch mit Unverständnis wahrgenommen.

Hier ist unser Ansatzpunkt. Wir wol­len mit poli­ti­schen Bildungsveranstaltungen in Präsenz, auch vor Ort in Brüssel und Straßburg, aber auch in den unter­schied­lichs­ten Online-Formaten mit­wir­ken, das Verstehen und Akzeptieren euro­päi­scher Politik zu fördern.

Der Staat muss ange­sichts der immensen Ausgaben zur Bekämpfung der Pandemie und zur Finanzierung gigan­ti­scher Aufgaben wie z. B. der Bewältigung des Klimawandels an vie­len Stellen spa­ren. Dazu darf aber die poli­ti­sche Bildung nicht gehö­ren. Geld für poli­ti­sche Bildung ist eine gute Investition in die Zukunft unse­rer Gesellschaft und damit zum Wohle der Bevölkerung und unse­res Landes.

Deswegen als Forderung an alle Kandidatinnen und Kandidaten bei der Bundestagswahl:

Geplante Kürzungen bei den Zuwendungsmitteln des Bundes für die poli­ti­sche Bildung müs­sen zurück­ge­nom­men und statt­des­sen muss ein finan­zi­el­ler Aufwuchs in die mit­tel­fris­ti­ge Finanzplanung inte­griert wer­den. Langfristig bedarf es auch einer finan­zi­el­len Förderung der Strukturen poli­ti­scher Bildung.

 

www.gesellschaft-der-europaeischen-akademien.de


 

 

 

 

Gesellschaft der Europäischen Akademien auf dem 14. Bundeskongress Politische Bildung

v.l.n.r. Eva Wessela (stellv. Vorsitzende), Hanns Christhard Eichhorst (Vorsitzender),
Natali Rezwanian-Amiri (Geschäftsführerin), Kilian Kindelberger (stellv. Vorsitzender)


   Vom 07. bis 09.03.2019 haben wir uns als Aussteller auf
   dem 14. Bundeskongress Politische Bildung zum Thema
   „Was uns bewegt. Emotionen in Politik und Gesellschaft“
   in Leipzig prä­sen­tiert.
   Unterstützt vom Team des Europa-Haus Leipzig konn­ten
   sich an unse­rem Stand zahl­rei­che Besucher_innen des
   Kongresses über unse­re poli­ti­sche Bildungsarbeit
   infor­mie­ren und Informationsmaterialien unse­rer Mitglieds-
   ein­rich­tun­gen erhalten.

   Neben dem gesam­ten Vorstand und der Geschäftsführung
   betei­lig­ten sich wei­te­re Kolleg_innen aus dem Dachverband
   aktiv an dem Bundeskongress. Sehr gut besucht wur­de
   z. B. der von Tabea Schneider von der Europäischen
   Akademie Bayern ange­bo­te­ne Workshop zu Empathie und
Planspielen. Dieser setz­te sich grund­le­gend mit dem Aspekt der Empathie aus­ein­an­der, erör­ter­te Chancen und Grenzen der Empathieförderung durch Planspiele und gab den Teilnehmenden schließ­lich noch prak­ti­sche Tipps für die Durchführung von Planspielen mit auf den Weg.

 

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft Vorstand des bap in Krefeld


Im Rahmen sei­nes Besuchs von Demokratiewerkstätten tra­fen sich Frank-Walter Steinmeier und sei­ne Gattin Elke Büdenbender am 2. Februar mit dem Vorstand des Bundesausschuss Politische Bildung e.V. (bap). Hieran nahm auch unser Vorsitzender Hanns Christhard Eichhorst in sei­ner Eigenschaft als stell­ver­tre­ten­der bap-Vorsitzender teil (2. v. l.) Im Vordergrund des Treffens stan­den aktu­el­le Entwicklungen der poli­ti­schen Bildung. Gemäß dem Thema der Podiumsdiskussion am Abend ging es dabei um die Frage, wie poli­ti­sche Bildung den Menschen nahe gebracht wer­den, Politik mit Demokratie wie­der zusam­men­kom­men und wel­che Aufgabe poli­ti­sche Bildung über­neh­men kann, um zum Engagement für die Gesellschaft und Demokratie zu moti­vie­ren. Bundespräsident Steinmeier dazu in sei­ner Eröffnungsrede für die Diskussion: „Politische Bildung muss sich auf den Weg machen, muss hin­ge­hen zu den Menschen, ganz gezielt auch zu denen, die bis­her von sol­chen Angeboten nicht erreicht wer­den oder nicht erreicht wer­den wol­len: weil sie sich „der Politik“ fern, ent­frem­det oder abge­hängt füh­len, weil sie sozi­al benach­tei­ligt sind oder weil sie aus ihren Herkunftsländern poli­ti­sche Partizipation oder einen Ansprechpartner, der sich als über­par­tei­lich ver­steht, ein­fach nicht ken­nen. Für die Demokratie feh­len sie alle.“
Aus dem bap-Vorstand dabei: Barbara Menke (Vorsitzende des bap) sowie Hanns Christhard Eichhorst (stellv. Vorsitzender), Peter Bednarz und Dr. Karl Weber.

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